Company History

Die­ter Dierks (Hans-Die­ter Dierks; gebo­ren am 9. Febru­ar 1943 in Stom­meln als Sohn einer jüdi­schen Mut­ter und eines katho­li­schen Vaters) ist ein deut­scher Musi­ker, Ton­meis­ter, Pro­du­zent, Ver­le­ger, Stu­dio­be­trei­ber und Inno­va­tor. Er wur­de welt­be­kannt als Pro­du­zent der Scor­pi­ons, deren Alben zwi­schen 1975 und 1988 alle unter sei­ner Feder­füh­rung ent­stan­den. Zu die­ser Zeit hat­te Dierks bereits die Ham­bur­ger Band Atlan­tis erfolg­reich in den USA eta­bliert. Von

1969 bis 1975 waren die nach ihm benann­ten Stu­di­os künst­le­ri­sche Hei­mat nahe­zu aller Ver­tre­ter der so genann­ten Kraut­rock-Ära. Ab 1975 nutz­ten auch inter­na­tio­na­le Inter­pre­ten ver­mehrt die stets mit »Sta­te of the Art«-Technologie aus­ge­stat­te­ten Ton- und TV-Stu­di­os und brach­ten Stom­meln so auf die Land­kar­te der Rock- und Pop­welt.
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Privatleben

Die­ter Dierks war zwei­mal ver­hei­ra­tet und hat vier Kin­der von vier Frau­en. Sei­ne zwei­te Ehe­frau, Cori­na Fort­mann, ist die Schwes­ter des Schwei­zer Kom­po­nis­ten Tho­mas Fort­mann und hat vie­le Jah­re maß­geb­lich am Auf­bau des »Dierks-Impe­ri­ums« mit gewirkt. Die gemein­sa­me Toch­ter Domi­ni­que Schil­ling lebt und arbei­tet in Los Ange­les als Regis­seu­rin und Dreh­buch­au­torin. Dierks’ ältes­ter Sohn, Micha­el Dierks, ist Schau­spie­ler und bekannt aus zahl­rei­chen Film- und TV-Seri­en (TV Kai­ser, Schö­ne Wit­wen küs­sen bes­ser, Haus­meis­ter Krau­se etc.). Die ältes­te Toch­ter aus ers­ter Ehe, Michae­la Dierks, ist TV- und Musik-Pro­mo­te­rin in Köln. Sein jüngs­ter Sohn, Juli­en Freundt, arbei­tet als Mixing Engi­neer, Kom­po­nist, Musik­pro­du­zent und ist Assis­tent der Geschäfts­lei­tung in der väter­li­chen Fir­ma. Dierks’ Mut­ter Ursu­la, die die Atmo­sphä­re der Dierks Stu­di­os durch ihre Herz­lich­keit maß­geb­lich mit­ge­prägt hat­te, ist 1991 ver­stor­ben.

Anfänge

»Ursprüng­lich woll­te ich Regis­seur wer­den«, erin­nert sich Dierks. Fol­ge­rich­tig stu­dier­te er Schau­spiel und Regie und arbei­te­te als Regie­as­sis­tent für so hoch­ka­rä­ti­ge Regis­seu­re wie Kurt Wil­helm, Karl Frucht­mann, Jür­gen Gos­lar und den ehe­ma­li­gen Burg­thea­ter-Inten­dant Ger­hard Klin­gen­berg. Par­al­lel dazu spiel­te er Gitar­re und Bass in ver­schie­de­nen Rock­bands und begann mit dem Auf­bau eines eige­nen Stu­di­os hin­ter dem Haus sei­ner Eltern in Stom­meln, Haupt­stra­ße 33, etwa 24 Kilo­me­ter von Köln ent­fernt.

Vom Vater – Diri­gent, Vio­li­nist, Saxo­pho­nist und Kom­po­nist – hat­te er das musi­ka­li­sche Talent, von der Mut­ter, die ein Lebens­mit­tel­ge­schäft betrieb, den Sinn fürs Geschäft­li­che geerbt. Im engen Dach­ge­schoß des Eltern­hau­ses ent­stan­den die ers­ten Stu­dio­räu­me. Mit zwei umge­bau­ten Revox-Ama­teur-Auf­nah­me­ma­schi­nen gelang es Die­ter Dierks inner­halb kür­zes­ter Zeit, vie­le jun­ge krea­ti­ve Musi­ker an sich zu bin­den.

Etwa zu die­ser Zeit grün­de­te Dierks zusam­men mit Tom­my Engel, sei­ner­zeit Schlag­zeu­ger der Köl­ner Kult­band Tony Hen­drik Five, sowie Frie­der Vieh­mann die For­ma­ti­on Hush (Stil­le), die 1969 die Sin­gle »Oh Dar­ling / Schau mir in die Augen« (Bel­laphon #1112) her­aus­brach­te und sich live durch enor­me Laut­stär­ke aus­zeich­ne­te.

Zwei Jah­re spä­ter errich­te­te der umtrie­bi­ge Dierks ein groß­räu­mi­ges Stu­dio­ge­bäu­de im Hof des elter­li­chen Anwe­sens. Wenig spä­ter wur­de das angren­zen­de klei­ne Wohn­haus zum Stu­dio-Hotel aus­ge­baut und ver­voll­stän­dig­te ein neu­es Rund­um-Kon­zept für die kom­plet­te Ein­heit von Musik­auf­nah­men, Leben und Woh­nen der Musi­ker – ein Kon­zept, das bis dahin in Deutsch­land ein­ma­lig war.

Und der New­co­mer hat­te nicht nur das Kön­nen, son­dern auch das nöti­ge Glück: Aus einer Par­ty­stim­mung her­aus ent­stand 1969 ein Dis­ko­the­ken­hit, der noch heu­te in Deutsch­land und im Aus­land gesun­gen wer­den soll­te: »Loop di Love«, mit dem damals unbe­kann­ten Sän­ger Jay Bas­tos. Die 1971 ver­öf­fent­lich­te Sin­gle ging in Hol­land, Eng­land und ande­ren Län­dern direkt auf Num­mer eins und ver­kauf­te meh­re­re Mil­lio­nen Exem­pla­re.

Krautrock & Elektronika

Anfang der Sieb­zi­ger Jah­re wur­de das Stu­dio 1 zum Wall­fahrts­ort für eine damals neue Genera­ti­on von Musi­kern und die auf­kom­men­de Hip­pie-Kul­tur. Die Mischung ›länd­li­che Atmo­sphä­re und hoch­mo­der­ne Stu­dio­tech­nik‹ lock­te gan­ze Heer­scha­ren auf­stre­ben­der jun­ger Talen­te ins damals völ­lig unbe­kann­te Stom­meln. Der Name des Dor­fes bei Köln tauch­te immer häu­fi­ger in deut­schen Musik­ma­ga­zi­nen (Musikexpress/Sounds / Fach­blatt Musik­ma­ga­zin / Pop-Rocky) auf. Gan­ze Sei­ten wid­me­ten die Redak­teu­re der »Sound­schmie­de in Stom­meln«, die­sen neu­en krea­ti­ven Musik­grup­pen und den dort ent­stan­de­nen Pro­duk­tio­nen.

Die Dierks-Stu­di­os wur­den – neben denen von Con­ny Planck – die Hei­mat der wich­tigs­ten Kraut­rock-Ver­tre­ter, Grün­der­zeit-Rock­bands und Elek­tro­nik-Pio­nie­re. Ob Ihre Kin­der, Ash Ra Tem­pel, Tan­ge­ri­ne Dream, Witt­hü­ser & Wes­trupp, Hoel­der­lin, Wal­len­stein, ob Birth Con­trol, Guru Guru, Embryo, Popol Vuh, Brö­sel­ma­schi­ne, die Polit-Rock­grup­pen Amon Düül und Floh de Colo­gne oder die von dem Musik­vi­sio­när Rolf-Ulrich Kai­ser gegrün­de­te Kraut­rock-Super­group Cos­mic Jokers – alle pil­ger­ten nach Stom­meln, um – bekocht von Mut­ter Dierks – ihre Ver­si­on von Rock­mu­sik pro­du­zie­ren bzw. auf­neh­men zu las­sen.

Ein Dau­er­kun­de war auch Klaus Dol­din­ger, der mit sei­ner Jazz-Rock-For­ma­ti­on Pass­port die Alben Loo­king Thru (1973), Hand­ma­de (1973), Cross-Col­la­te­ral (1975), Infi­ni­ty Machi­ne (1976) in Stom­meln ein­spiel­te. Das live in der Düs­sel­dor­fer Rhein­hal­le mit­ge­schnit­te­ne Kon­zert Jubi­lee 1974 wur­de in den Dierks-Stu­di­os abge­mischt.

In jenen Jah­ren ent­stan­den über 40 rich­tungs­wei­sen­de LPs, die den Ruf einer eigen­stän­di­gen deut­schen Rock-und Elek­tro­nik­mu­sik im Aus­land begrün­de­ten; vie­le davon erschie­nen auf den ers­ten deut­schen Plat­ten­la­beln Pilz, Ohr und Bac­il­lus. Auf all die­sen Plat­ten, die zum ers­ten Mal auch in Ame­ri­ka, Frank­reich, Ita­li­en und vor allem in Eng­land, dem Mut­ter­land des Rock, ver­öf­fent­licht wur­den, fand man in den Liner Notes stets den Namen der Dierks-Stu­di­os und ihres »Sound­ma­gi­ers und Klang­zau­be­rers« Die­ter Dierks, sowie – nicht zu ver­ges­sen – Dank und Lob für das krea­ti­ve Umfeld mit der Stu­dio­kü­che von »Mother Dierks«, die noch um zwei Uhr nachts die Musi­ker ver­sorg­te und auf fast jedem Album ein ›Spe­cial thanks‹ erhielt.

Hin­zu kam, dass Die­ter Dierks sei­ne Stu­di­os stets auf den neu­es­ten tech­ni­schen Stand brach­te und sie so zu den füh­ren­den deut­schen Pro­duk­ti­ons­stät­ten mach­te. Eige­ne selbst­ent­wi­ckel­te Hall-und Raum­ef­fek­te sowie expe­ri­men­tel­le Instru­men­te wie das Mel­lo­tron, das natür­li­che, auf Band auf­ge­nom­me­ne Orches­ter­stim­men per Tas­ten­druck wie­der­ge­ben konn­te, ver­voll­stän­dig­ten das stän­dig auf Per­fek­ti­on bedach­te »Sta­te Of The Art«-Umfeld.

Think local, act global

Um 1972 wur­den die Räum­lich­kei­ten wei­ter aus­ge­baut. Um kos­ten­güns­ti­ge­re Vor­pro­duk­tio­nen durch­füh­ren zu kön­nen, wur­den im Kel­ler­be­reich des Stu­dio­ho­tels drei klei­ne­re Auf­nah­me­räu­me und ein Regie­raum als Stu­dio 2 ein­ge­rich­tet. Ende 1973 errich­te­te man vor dem Stu­dio 1 einen gro­ßen Auf­ent­halts­raum, der »Kan­ti­ne« genannt wur­de und als Bespre­chungs- und Mee­ting­raum dien­te. So drang der Ruf der Dierks-Stu­di­os als erst­klas­si­ger Auf­nah­me-Betrieb auch ins Aus­land. Für den klei­nen Ort war das Unter­neh­men längst zu einem wich­ti­gen Wirt­schafts­fak­tor gewor­den. Musik­grup­pen wohn­ten oft Mona­te lang in Stom­meln, kauf­ten dort ein und bevöl­ker­ten abends die hie­si­gen Gast­stät­ten. Jour­na­lis­ten reis­ten an, um Fotos und Inter­views zu machen.

Die ers­te inter­na­tio­na­le Band kam aus Eng­land und hieß Nek­tar. Das Quin­tett nahm zwi­schen Juni und August 1971 sei­ne Debüt-LP Jour­ney To The Cent­re Of The Eye in Stom­meln auf. Es folg­ten die LPs A Tab In The Oce­an (Okto­ber 1972), der Stu­dio-Live­mit­schnitt …Sounds Like This (Febru­ar 1973) und Remem­ber The Future; letzt­ge­nann­te LP erreich­te im Juli 1974 Rang 19 in den US-Album-Charts und war die bis dahin erfolg­reichs­te Pro­duk­ti­on aus dem Hau­se Dierks. Im Dezem­ber 1974 kehr­ten Nek­tar ein letz­tes Mal für die Pro­duk­ti­on von Down To Earth nach Stom­meln zurück. Die LP notier­te auf Platz 32 der US-Charts und erhielt im Febru­ar 1975 einen Gold-Über­zug.

Wie ein­gangs erwähnt, schrieb Dierks Ende der Sech­zi­ger Jah­re zusam­men mit dem dama­li­gen Bel­laphon-Auf­trags­pro­du­zen­ten Micha­el Sche­pi­or den Par­ty­hit »Loop di Love«, der auf den grie­chi­schen Fischer-Song »Dar­la Dirl­ada­da« zurück­geht und von Dierks größ­ten­teils selbst ein­ge­spielt wur­de.

1974 wur­de das Port­fo­lio der Fir­ma durch das ers­te Audio-Record­ing-Mobi­le erwei­tert. Das Stu­dio auf Rädern war zu jener Zeit ein­ma­lig in Deutsch­land und fol­ge­rich­tig wur­den Top-Namen der inter­na­tio­na­len Kon­zert-Sze­ne, u.a. Al Jar­reau, Fats Domi­no, Oscar Peter­son, Har­ry Bela­fon­te, Micha­el Chap­man, Ella Fitz­ge­rald, The Plat­ters, Bri­an Auger, Lou Reed, Nana Mouskou­ri, San­ta­na oder Chi­ca­go live mit­ge­schnit­ten. Auf­grund sei­ner Erfah­rung mit sol­chen Top-Künst­lern, deren Mana­gern und inter­na­tio­na­len Plat­ten­fir­men kam Die­ter Dierks zu dem Ent­schluss, die Fir­ma um eine eige­ne Pro­duk­ti­ons- und Ver­lags­ge­sell­schaft zu erwei­tern. Das war die Geburts­stun­de von Bree­ze Music. Dierks gelang es, die füh­ren­de deut­sche Rock­for­ma­ti­on Atlan­tis mit ihrer attrak­ti­ven blue­si­gen Sän­ge­rin Inga Rumpf unter Ver­trag zu neh­men und auf inter­na­tio­na­lem Niveau zu pro­du­zie­ren. Er flog nach Ame­ri­ka und über­zeug­te die dama­li­ge Plat­ten­fir­ma Poly­gram davon, Atlan­tis auf Tour zu schi­cken. Zusam­men mit dem US-Mana­ger Ira Bla­cker orga­ni­sier­te er eine US-Tour­nee, und das ers­te Kon­zert fand in Phil­adel­phia im Vor­pro­gramm von Lynyrd Sky­nyrd vor 20.000 Fans statt. Die­ses Netz­werk soll­te ihm ein paar Jah­re spä­ter im Zusam­men­hang mit den Scor­pi­ons sehr von Nut­zen sein.
Der Name der Dierks Stu­di­os war inzwi­schen auch inter­na­tio­nal gesetzt und immer häu­fi­ger konn­te man Welt­stars in Stom­meln begeg­nen. Ike & Tina Tur­ner, Eric Bur­don, War, die Boom­town Rats mit Star­pro­du­zent Robert Mutt Lan­ge oder auch die iri­sche Rock- und Blues-Legen­de Rory Gal­lag­her kamen – und das oft mehr­mals. Gal­lag­her für zwei auf­ein­an­der­fol­gen­de Alben. Er schlief tags­über, arbei­te­te nachts und grün­de­te in einer Knei­pe den »Kami­ka­ze-Dart-Club«. Jon Lord, der legen­dä­re Deep Pur­ple-Key­boar­der, pro­du­zier­te sei­ne ers­te Solo-LP Sara­ban­de in den Dierks Stu­di­os. Die Lis­te der inter­na­tio­na­len bzw. inter­na­tio­nal erfolg­rei­chen Bands lie­ße sich belie­big fort­set­zen: Plas­ma­tics, Accept, Twisted Sis­ter, Warning… Einen ganz beson­de­ren Gast beher­berg­ten die Dierks Stu­di­os 1996: Micha­el Jack­son. Der King Of Pop pro­du­zier­te in den Dierks Stu­di­os 3 den Song »Ghosts«, der erst­mals auf der im Mai 1997 ver­öf­fent­lich­ten LP Blood On The Dance Floor – HISto­ry in the Mix und spä­ter auch als Teil einer Delu­xe Collec­tor Box Set – Limi­ted Edi­ti­on erschien. »Ghosts« war auch der titel­ge­ben­de Song des Hor­ror­films, der am 8. Mai 1997 im Rah­men der Film­fest­spie­le in Can­nes vor­ge­stellt wur­de. In dem Stu­dio – auf dem Cover fälsch­li­cher­wei­se als »Dieder­dierk Stu­dio (Colo­gne, Ger­ma­ny)« gelis­tet – wur­den Gesangs­auf­nah­men und Drum-Pro­gramming vor­ge­nom­men. Und noch etwas erwuchs aus die­ser Zusam­men­ar­beit. Jack­son, der im Rah­men sei­ner welt­um­span­nen­den HISto­ry-Tour in Mün­chen und Köln auf­trat, ließ das Kon­zert von Dierks mit 12 Kame­ras mit­schnei­den. Und nicht nur das: Er erlaub­te zusätz­lich zu der digi­ta­len Video­auf­zeich­nung auch einen Par­al­lel­mit­schnitt mit Die­ter Dierks’ ers­tem HD-Über­tra­gungs­wa­gen, bestückt mit sechs HD-Kame­ras. Damals eine tech­ni­sche Sen­sa­ti­on.

Scorpions von 1973 bis 1988

Bereits 1973 stieß Die­ter Dierks zusam­men mit sei­ner Frau Cori­na Dierks-Fort­mann bei einem Kon­zert in einer Turn­hal­le in Essen auf die noch völ­lig unbe­kann­te Nach­wuchs-Rock­band Scor­pi­ons. Trotz der weni­gen Zuschau­er über­zeug­te ihn die pro­fes­sio­nel­le Ein­stel­lung der Musi­ker, die er nach einer Schnup­per­pha­se als Auf­trags-Pro­du­zent für die RCA ab 1976 ganz für die Fir­ma Bree­ze Music unter Ver­trag neh­men konn­te. Bereits mit der ers­ten von ihm pro­du­zier­ten Plat­te In Tran­ce ver­drei­fach­te sich der Plat­ten­um­satz und durch per­ma­nen­te Aus­lands­ar­beit und eine erfolg­rei­che, von Bree­ze Music finan­zier­te Japan-Tour­nee, die auf den Tokyo Tapes ihren Nie­der­schlag fand, gelang es 1979 einen Schall­plat­ten­ver­trag mit dem ame­ri­ka­ni­schen Kon­zern Mer­cu­ry (Poly­gram) abzu­schlie­ßen und die Schall­plat­ten der Scor­pi­ons in allen Län­dern der Welt erfolg­reich auf den Markt zu brin­gen.

Nach­dem der RCA-Ver­trag in USA aus­ge­lau­fen war, muss­te Dierks für die Scor­pi­ons eine neue Schall­plat­ten­fir­ma fin­den. Mit den Wor­ten: »Die­ter, you can’t sell Coca Cola to Ame­ri­ca« han­del­te er sich anfangs eine Absa­ge nach der ande­ren ein. Die letz­te Chan­ce war Mer­cu­ry Records in Chi­ca­go. Und dort traf Dierks auf einen Gesin­nungs­ge­nos­sen. Bob Sher­wood, der dama­li­ge Prä­si­dent, war ein Rock­fan und von den Pro­duk­tio­nen des Deut­schen begeis­tert. Der All­roun­der Dierks, sei­ner­zeit ger­ne als »sechs­ter Scor­pi­on« apo­stro­phiert, konn­te mit David Krebs ein Schwer­ge­wicht der Musik­sze­ne als Per­so­nal Mana­ger für sei­ne Schütz­lin­ge gewin­nen. Mit Unter­stüt­zung vom Leber-Krebs Manage­ment, das aus­schließ­lich gro­ße Acts wie AC/DC, Aeros­mith oder Ted Nugent betreu­te, stand die Tür für ein Büh­nen­de­büt der Scor­pi­ons in den USA weit offen. Wäh­rend Die­ter Dierks wei­ter um die gan­ze Welt flog, um sei­ne Bands zu betreu­en und Ver­trä­ge abzu­schlie­ßen, küm­mer­te sich sei­ne Frau um den Aus­bau des Bree­ze Music-Ver­la­ges.

Die ers­te Mer­cu­ry-LP Love­dri­ve – mit dem pla­ka­ti­ven, bis heu­te kon­tro­vers dis­ku­tier­ten Kau­gum­mi-Brust-Cover – erreich­te in Ame­ri­ka zum ers­ten Mal Gold-Sta­tus (über 500.000 Ein­hei­ten) und kam damals welt­weit auf 1,5 Mil­lio­nen ver­kauf­te Exem­pla­re. In Deutsch­land konn­te ein lang­fris­ti­ger Ver­trag mit EMI-Elec­tro­la, der auch Län­der wie Süd­ost­asi­en ein­schloss, abge­schlos­sen wer­den. Dies schuf die Vor­aus­set­zun­gen dafür, die Han­no­ve­ra­ner Rock­band auf inter­na­tio­na­lem Niveau pro­du­zie­ren zu kön­nen. Für Black­out setz­te sich die Scor­pi­ons-Entou­ra­ge nach Süd­frank­reich in Bewe­gung. Man woll­te mal Abwechs­lung vom Stu­dio-All­tag. Ort des Gesche­hens: Eine groß­zü­gi­ge Vil­la mit eige­ner Köchin, Out­door-Pool und Ten­nis­platz. Das eige­ne Record­ing Mobi­le stand auf­nah­me­be­reit vor dem Anwe­sen. Doch der Aus­flug in süd­li­che Gefil­de ende­te jäh, als Sän­ger Klaus Mei­ne hei­ser wur­de. Die Dia­gno­se des HNO-Spe­zia­lis­ten: Poly­pen, Knöt­chen an den Stimm­bän­dern. Außer Spe­sen nichts gewe­sen. Zuhau­se wur­de Black­out – mit einem wie­der stimm­star­ken Mei­ne – im Stu­dio 2 ein­ge­spielt. Die Alben Black­out und Ani­mal Magne­tism zemen­tier­ten den Ruf der Scor­pi­ons als füh­ren­de, melo­diö­sem Hard­rock ver­pflich­te­te Band. Die­ter Dierks hat­te nicht nur in dif­fi­zi­ler Detail­ar­beit einen eige­nen Sound geprägt, son­dern die spiel­freu­di­gen Scor­pi­ons als eigen­stän­di­ge Mar­ke im Kreis der bedeu­ten­den Hard­rock-For­ma­tio­nen eta­bliert.

Das 1984er Album Love At First Sting und der dar­aus aus­ge­kop­pel­te Bal­la­den-Hit »Still Loving You« mar­kier­ten den vor­läu­fi­gen Kar­rie­re-Höhe­punkt für die ›Scorps‹: 2,5 Mil­lio­nen ver­kauf­te Ein­hei­ten (Dop­pel­pla­tin) in USA; Gold- und Pla­tin-Sta­tus in fast allen euro­päi­schen Län­dern, dazu auch in Japan und Süd­ost­asi­en, wo die Grup­pe zur popu­lärs­ten Rock­grup­pe über­haupt avan­cier­te. »Still Loving You« ist in Frank­reich bis heu­te die mit über zwei Mil­lio­nen Ein­hei­ten meist­ver­kauf­te Sin­gle aller Zei­ten. Dabei stand die Pro­duk­ti­on die­ses Albums anfangs unter kei­nem guten Stern: Im Früh­jahr 1983 hat­te Die­ter Dierks die renom­mier­ten Polar Stu­di­os von ABBA gebucht. Kurz vor Auf­nah­me­start wur­den Her­man Rare­bell und Fran­cis Buch­holz krank. Her­man besorg­te Jim­my Bain (b) als Ersatz, Rudolf brach­te Bob­by Ron­do­nel­li (dr) ins Spiel. Doch das Ergeb­nis über­zeug­te nicht. Ihm fehl­te der Scor­pi­ons typi­sche Groo­ve und Charme. Kon­se­quenz: Die gesam­te LP wur­de in Ori­gi­nal­be­set­zung noch­mals kom­plett in den Dierks-Stu­di­os auf­ge­nom­men und gemischt. Der Auf­wand zahl­te sich aus, denn auf die­sem Album befin­den sich die meis­ten Hits, und es wur­de die bis dahin best­ver­kauf­te Scor­pi­ons-LP. Die 1985 ver­öf­fent­lich­te Live-Plat­te World­wi­de Live ver­sam­mel­te die High­lights aus Kon­zer­ten einer Welt-Tour­nee.

Man kann die acht Scor­pi­ons-LPs der Dierks-Zeit mit Fug und Recht als Kern­stück des Band-Oeu­vres bezeich­nen. Auch für Dierks waren die­se Alben die erfolg­reichs­ten sei­ner Pro­du­zen­ten-Kar­rie­re. Die Arbeit am letz­ten in Stom­meln ent­stan­de­nen Scor­pi­ons-Album Sava­ge Amu­se­ment war von Kon­flik­ten zwi­schen Band und Pro­du­zent geprägt, so dass man den Pro­duk­ti­ons­ver­trag aus­lau­fen ließ und die Zusam­men­ar­beit in bei­der­sei­ti­gem Ein­ver­neh­men im Novem­ber 1988 been­de­te.

Es bleibt das Ver­dienst von Die­ter Dierks, aus unbe­kann­ten New­co­mern eine welt­be­kann­te Mar­ke geformt zu haben. Bei ihrem Weg­gang waren die Scor­pi­ons eine musi­ka­li­sche Insti­tu­ti­on.

Der Ausbau der Firmengruppe: Mobile 2, Accept und mehr

Auf­grund des Erfol­ges mit den Scor­pi­ons konn­te die Fir­ma Bree­ze Music lang­fris­ti­ge Ver­trä­ge mit ame­ri­ka­ni­schen und euro­päi­schen Schall­plat­ten- und Ver­lags­kon­zer­nen abschlie­ßen. Der Aus­bau der Fir­men­grup­pe konn­te wei­ter­ge­hen.
1985 ent­stand der bis­her größ­te Stu­dio­kom­plex: das Stu­dio 3. Das ent­stan­de­ne Stu­dio bot durch die wei­te Auf­nah­me­hal­le nicht nur viel­köp­fi­gen Orches­tern, Chö­ren oder Big Bands den ent­spre­chen­den Auf­nah­me­raum, son­dern wur­de von vorn­her­ein auch für Bild-und Video-Auf­nah­men ange­legt, ins­be­son­de­re durch den Ein­bau von fahr­ba­ren Kame­ra-und Licht­brü­cken und einer leis­tungs­fä­hi­gen Kli­ma­an­la­ge. Stu­dio 3 ent­sprach dem Stan­dard der Groß­stu­di­os in Ame­ri­ka. Durch die unter­ir­di­sche Ver­bin­dung aller Räum­lich­kei­ten war zudem eine wech­sel­sei­ti­ge Nut­zung der gesam­ten Tech­nik in allen drei Stu­di­os mög­lich. Gleich­zei­tig wur­de die zwi­schen der eige­nen Stu­dio­kü­che und dem Stu­dio 1 gele­ge­ne Kan­ti­ne erheb­lich erwei­tert.

1986 wur­de das Mobi­le 1 der Dierks-Stu­di­os, das in ganz Euro­pa zahl­rei­che Kon­zer­te nam­haf­ter Künst­ler auf­ge­zeich­net und sich ins­be­son­de­re bei vie­len Live-Über­tra­gun­gen der WDR-Kult-Sen­dun­gen »Rock-Palast« und »Rock­näch­te« bewährt hat­te, durch einen fast dop­pelt so gro­ßen, mit moderns­ter Stu­dio­tech­nik aus­ge­rüs­te­ten Auf­nah­me­wa­gen, das Mobi­le 2, ersetzt. Die­ses fahr­ba­re Stu­dio hat­te ein Com­pu­ter­misch­pult, ein aus­ge­zeich­ne­tes Abhör­sys­tem und einen geräu­mi­gen Auf­ent­halts­be­reich und war ana­log bzw. digi­tal bestückt. 1991 wur­de mit die­sem mobi­len Stu­dio eine Live-LP der Rol­ling Stones in Mos­kau und ande­ren euro­päi­schen Städ­ten auf­ge­nom­men.

Inzwi­schen tra­ten auch gro­ße US-Schall­plat­ten­kon­zer­ne an Die­ter Dierks her­an, um ihre Künst­ler von ihm pro­du­zie­ren zu las­sen. Dazu zäh­len die Glam-Metal-Band Black’n Blue für Gef­fen Records, die Hea­vy-Metal-For­ma­ti­on Twisted Sis­ter, die Dierks in New York und Los Ange­les für Atlan­tic Records pro­du­zier­te, und die New Yor­ker Punk-Avant­gar­de-Band Plas­ma­tics mit der schril­len Blick­fang-Sän­ge­rin Wen­dy Wil­liams für Capi­tol Records. Auch die ›schwarz-wei­ße‹ US-Band Mother’s Finest erar­bei­te­te mit Die­ter Dierks ein Live-Album, das mit dem Audio- und Video-Mobi­le auf­ge­nom­men und in Stu­dio 3 gemixt wur­de. Immer häu­fi­ger kamen inter­na­tio­na­le Erfolgs­künst­ler nach Stom­meln.

Für sol­che mehr­mo­na­ti­gen Auf­ent­hal­te aus­län­di­scher Top-Künst­ler war das Stu­dio-Hotel zu klein gewor­den. Des­we­gen erwarb Dierks 1986 in der Bruch­stra­ße, ca. zwei Kilo­me­ter vom Stu­dio ent­fernt, eine für sol­che Auf­ent­hal­te geeig­ne­te Vil­la mit Gar­ten­ge­län­de. Hier konn­ten die Musi­ker unge­stört und »wie zuhau­se« woh­nen und in Ruhe län­ge­re Auf­nah­me­zei­ten krea­tiv über­brü­cken. Zusätz­lich konn­te die Vil­la auch an aus­wär­ti­ge Stu­dio- und Hotel­gäs­te ver­mie­tet wer­den und hat über die Jah­re sehr vie­le Pro­mi­nen­te beher­bergt, u. a. Frank DiLeo, den spä­te­ren Mana­ger von Micha­el Jack­son.

1987, nach dem Aus­bau von Stu­dio 3, ent­schloss sich Dierks, die Basis der Fir­ma lang­fris­tig durch eine Erwei­te­rung auf den immer stär­ker auf­kom­men­den Bild­be­reich zu sichern. Waren bis­her bereits Bild­auf­nah­men im Stu­dio 3 mög­lich, so soll­te der Videobe­reich nun­mehr durch ein Video-Record­ing-Mobi­le ver­stärkt wer­den. Mit Hil­fe fach­kun­di­ger Spe­zia­lis­ten wur­de ein Über­tra­gungs­wa­gen des West­deut­schen Rund­funks gekauft, mit neu­es­ter Über­tra­gungs­tech­nik bestückt und zu einem Groß-Mobi­le umge­baut. Das Video-Mobi­le 1 der Dierks-Stu­di­os war 1988 ein­satz­be­reit.

1991 wur­den Stu­dio 1 und auch Stu­dio 2 kom­plett reno­viert und tech­nisch auf den neu­es­ten Stand gebracht. Dadurch wur­de eine gleich­ran­gi­ge Pro­duk­ti­ons­ar­beit zeit­gleich in Stu­dio 3 und Stu­dio 1 mög­lich. 1992 fand sich die vor­über­ge­hend auf­ge­lös­te Grup­pe Accept wie­der zusam­men und pro­du­zier­te drei wei­te­re LPs für Bree­ze Music.

Zu Beginn des Jah­res 1995 kamen im Pro­duk­ti­ons­be­reich vie­le Neue­run­gen auf die Fir­men­grup­pe zu. Das Inter­es­se an inter­na­tio­na­ler Rock­mu­sik flau­te mehr und mehr ab. Es ent­stand der zwi­schen­zeit­lich domi­nie­ren­de Tech­no-und Dance-Musik­stil, der nicht mehr in gro­ßen Stu­di­os, son­dern mit Com­pu­tern und elek­tro­ni­schen Gerä­ten in klei­nen ›Wohn­zim­mern‹ pro­du­ziert wer­den konn­te. Die Fir­men­grup­pe trug die­ser Ent­wick­lung Rech­nung, indem ab 1995 zusätz­lich zwei digi­ta­le soge­nann­te Hard Disk-Record­ing Stu­di­os ein­ge­rich­tet wur­den, die Stu­di­os 4 und 5. Hier wur­de auf dem Stand der neu­es­ten Com­pu­ter-Tech­nik eine idea­le Arbeits­sta­ti­on für Dan­ce/­House- und Tech­no-Musik geschaf­fen.

Spe­zi­ell für die­ses Musik­seg­ment wur­de die Bree­ze Dance Divi­si­on gegrün­det, die mit ihren Unter­la­beln Bio­nic Beat, Reform­house und Neu­form alle Rich­tun­gen auf dem Dance-Gebiet abdeck­te. 1996 und 1997 wur­de die Record­ing-Flot­te durch zwei digi­ta­le Video-Mobi­les ver­stärkt. Dies waren zwei 18 bzw. 21 Meter lan­ge, von Sat­tel­schlep­pern gezo­ge­ne und sogar in der Brei­te aus­fahr­ba­re und mit allen moderns­ten digi­ta­len Ein­rich­tun­gen ver­se­he­ne, Auf­nah­me­wa­gen, die jeweils mit eige­ner Bild­re­gie und Mixer und mit bis zu 12 Kame­ras aus­ge­rüs­tet, gro­ße Events und Shows auf­neh­men konn­ten. So wur­den z.B. die bei­den Micha­el-Jack­son-Kon­zer­te im Olym­pia­sta­di­on in Mün­chen mit­ge­schnit­ten. In der Fol­ge­zeit nutz­te man die­se Video-Mobi­les zur Auf­zeich­nung der DOME-Ver­an­stal­tun­gen für RTL II, der Bra­vo Super­show, der Sabi­ne-Chris­ti­an­sen-Talk­show oder der Öster­reich-Rei­se von Papst Johan­nes Paul II. im Juni 1998.

Ergän­zend zu den digi­ta­len Video-Mobi­les gelang Die­ter Dierks 1997 ein wei­te­rer Schritt in punc­to Moder­ni­sie­rung der Bild­tech­nik mit dem Erwerb meh­re­rer Auf­nah­me­wa­gen mit HDTV-Tech­nik. Die­se Tech­nik – kurz HD (= High Defi­ni­ti­on) genannt – erzeugt mit spe­zi­el­len Kame­ras ein extrem hoch auf­lö­sen­des Bild. Das wirk­te sich beson­ders vor­teil­haft bei tech­nik-affi­nen ame­ri­ka­ni­schen und japa­ni­schen Kun­den aus, die zahl­rei­che Klas­sik-Auf­nah­men bestell­ten oder auch bei den Auf­nah­men der Wag­ner-Fest­spie­le in Bay­reuth, die von der Kirch-Grup­pe in Auf­trag gege­ben wur­den.

1997 wur­den das bis­he­ri­ge Tech­nik-Labor und die Vor­räu­me von Stu­dio 3 zu einem umfas­sen­den neu­en Bild­schnei­de-Stu­dio (Avid-Raum) umge­rüs­tet, um die zahl­reich anfal­len­den Schnitt- und –Mix­auf­trä­ge bewäl­ti­gen zu kön­nen. Durch den eige­nen Avid-Schnitt­platz konn­ten Bild­auf­nah­men in eige­ner Regie inner­halb der Dierks-Stu­di­os per Com­pu­ter geschnit­ten, gemixt und mit Tricks bear­bei­tet wer­den.

Im sel­ben Jahr grün­de­te Die­ter Dierks die Fir­ma Bree­ze TV GmbH, die mit dem soge­nann­ten P.O.S. (Point of Sale)-TV Waren­ver­käu­fe mit­tels Wer­bung über Fern­seh­mo­ni­to­re direkt in den Ver­kaufs­ge­schäf­ten des Ein­zel­han­dels initi­ier­te. In Zusam­men­ar­beit mit dem renom­mier­ten Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler Pro­fes­sor Dr. Hagen Back­haus gelang es Dierks, einen lang­fris­ti­gen Ver­trag mit den Schle­cker-Märk­ten abzu­schlie­ßen, die sei­ner­zeit über 8.000 Filia­len in Deutsch­land betrie­ben. Hier­bei wur­den in jeder Filia­le Wer­be­spots für Waren­pro­duk­te über drei Fern­seh­mo­ni­to­re ganz­tä­gig in sich wie­der­ho­len­den Schlei­fen gesen­det, so dass die Wer­be­bot­schaf­ten täg­lich allein in Deutsch­land über zwei Mil­lio­nen Käu­fer erreich­ten. Für die Dierks-Fir­men­grup­pe schloss sich durch Bree­ze TV die Wert­schöp­fungs­ket­te und der Dienst­leis­tungs­kreis zwi­schen Her­stel­lung von Ton-/Bild­trä­gern und dem Ver­kauf der­sel­ben mit­tels moder­ner Ver­kaufs­stra­te­gi­en.

Auf Basis eines kon­ti­nu­ier­li­chen Wachs­tums, stän­di­ger Diver­si­fi­ka­ti­on und einer immer stär­ke­ren Ver­net­zung der ein­zel­nen Fir­men­tei­le bestand die Dierks-Grup­pe 2001 aus

• der Bree­ze TV GmbH, die als größ­tes Unter­neh­men der Grup­pe über 50 Mit­ar­bei­tern beschäf­tig­te und die Berei­che POS-TV, Direkt Mar­ke­ting, E-Com­mer­ce und Inter­net-Ver­kauf abdeck­te,
• dem Video­wa­gen-Bereich mit den Video Mobi­les 1–4, dem ›Film like‹- und ›Slomo‹-Van,
• dem Record­ing-Bereich mit damals sie­ben Stu­di­os, wobei Stu­dio 3 sei­ner­zeit für Super Audio (SACD)-Mixe im 5-Kanal Dol­by Sur­round Sound umge­rüs­tet wur­de,
• der Bree­ze Dance Divi­si­on, die wei­te­re Chart-Plat­zie­run­gen und den Aus­bau ihres bis­he­ri­gen Künst­ler­stam­mes betrieb,
• aus der Pro­duk­ti­ons- und Ver­lags­ge­sell­schaft Bree­ze Music und
• aus der Plat­ten­fir­ma Venus Records, die durch kon­ti­nu­ier­li­che Reper­toire-Ver­wer­tun­gen und neue Kop­pe­lun­gen bei Major Record Com­pa­nies in Deutsch­land ihre Stel­lung wei­ter aus­bau­en konn­te.

Die Jah­re von 2001 bis 2005 war aus­ge­füllt mit zahl­rei­chen Aus­lands­rei­sen und Ver­hand­lun­gen zur Eta­blie­rung des DVD­p­lus-Bild-Ton­trä­gers (sie­he unten).

Das DVDplus-Patent

Die­ter Dierks war nicht nur in krea­ti­ver, son­dern auch in tech­ni­scher Hin­sicht stets vor­ne­weg. Dem Spie­gel zufol­ge gehör­te das Dierks Ton­stu­dio bereits 1974 zu den 40 nam­haf­tes­ten deut­schen Ton­stu­di­os. Egal, ob Qua­dro­pho­nie, digi­ta­le Auf­nah­me­tech­nik, ›Mobi­le Record­ing‹- oder HDTV-Ver­fah­ren – Dierks leis­te­te meist Pio­nier­ar­beit.

So auch im Jah­re 1999, als er mit der Erfin­dung des Patents der DVD­p­lus (Waren­zei­chen DVD[plus]) eine wei­te­re Aus­wei­tung der Fir­men­tä­tig­keit durch die Lizenz­aus­wer­tun­gen des Patents her­bei­füh­ren konn­te. Bei dem Patent der DVD[plus] han­delt es sich um die Ver­bin­dung einer DVD mit einer her­kömm­li­chen CD mit­tels Ver­kle­bung zu einem beid­sei­tig abspiel­ba­ren Ton-Bild­trä­ger. Wäh­rend die DVD (gol­de­ne Sei­te) zum Bei­spiel einen Film oder ein Live-Kon­zert wie­der­gibt, kann auf der ande­ren, sil­ber­nen Sei­te zudem noch ein Sound­track, die Score-Musik oder unver­öf­fent­lich­te Live-Auf­nah­men hör­bar gemacht wer­den.

Zur Nut­zung des Patents konn­te Die­ter Dierks 1999 mit dem welt­weit größ­ten CD- und DVD-Maschi­nen­her­stel­ler Sin­gu­lus einen Ver­trag abschlie­ßen. Sony USA nutzt die Dierks-Lizenz, um unter dem Namen Dual­Disc das Patent aus­wer­ten zu kön­nen. Mitt­ler­wei­le haben füh­ren­de natio­na­le und inter­na­tio­na­le Top-Künst­ler DVD­p­lus- bzw. Dual­disc-Pro­duk­te her­ge­stellt, so z.B. Her­bert Grö­ne­mey­er, Die Toten Hosen, Micha­el Jack­son (mit einer gan­zen Box), San­ta­na, Emer­son, Lake & Pal­mer, Ste­ve Har­ley, Night­wish, Bruce Springste­en, Destiny’s Child, AC/DC (allein in USA über 500.000 Ein­hei­ten von Back in Black), Aeros­mith u.v.a.m. Aber auch Fuß­ball­ver­ei­ne wie Bay­ern Mün­chen oder die für das »Blair­witch Pro­ject 2« zustän­di­ge Film­fir­ma nutz­ten das neue For­mat. Die DVD­p­lus von die­sem Film ver­kauf­te allein über 600.000 Ein­hei­ten. Ins­ge­samt wur­den meh­re­re Mil­lio­nen Ein­hei­ten her­ge­stellt. Sie­he dazu auch: http://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​L​i​s​t​_​o​f​_​D​u​a​l​D​i​s​c​_​r​e​l​e​a​ses

Die­ter Dierks arbei­tet zur­zeit an ver­schie­de­nen Film- und Video­pro­jek­ten, ohne jedoch sei­ne Haupt­am­bi­ti­on »Musik« aus den Augen zu ver­lie­ren.

Bedeutung

Die­ter Dierks pro­du­zier­te im Lau­fe sei­ner Kar­rie­re mehr als 70 Alben, die Gold- oder Pla­tin­sta­tus erhiel­ten. Über den kom­mer­zi­el­len Erfolg hin­aus, wird der »krea­ti­ve Tüftler«[8] auf­grund sei­ner expe­ri­men­tier­freu­di­gen Stu­dio­ar­beit und der tech­ni­schen Inno­va­ti­ons­kraft her­vor­ge­ho­ben. Chris­toph Wag­ner schrieb 2013: »Sowohl Die­ter Dierks als auch Con­ny Planck tru­gen maß­geb­lich zur Ent­wick­lung einer eigen­stän­di­gen deut­schen Rock­mu­sik bei. Durch ihre Fan­ta­sie und Krea­ti­vi­tät wur­den die neu­en Sound erst geschaf­fen, die der deut­schen Rock­mu­sik erst ihre eige­ne Iden­ti­tät haben, wobei sie gleich­zei­tig das Stu­dio als künst­le­ri­sche Medi­um nutzten.«[10] Das US-Musik­ma­ga­zin Rol­ling Stone nann­te ihn den »bes­ten Hea­vy Metal-Pro­du­zen­ten der Welt«, für den Spie­gel war er bereits 1974 der »füh­ren­de deut­sche Rock­pro­du­zent.« Dierks gehö­ren der Musik­ver­lag Bree­ze Music und das Plat­ten­la­bel Venus Records. Die Stu­di­os fir­mie­ren seit März 2013 als Dierks Stu­di­os GmbH (Amts­ge­richt Köln – HRB-Nr. 78240)

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